Die lange Tradition der „Ntinna a Mari“

Am kommenden 6. August findet anlässlich des Festes des Heiligen Salvators eines der ältesten historischen Wasserrennen der sizilianischen Tradition statt. 17 junge Einheimische werden sich als geschickte Stelzenläufer in dem schwierigen Unterfangen messen, auf einem 16 Meter langen, mit Fett und Seife eingeschmierten, sehr rutschigen Pfahl zu laufen, der über dem Wasser schwebt, um die Flagge des Heiligen Salvators zu erobern. Stürze ins Wasser sind unvermeidlich, aber wie jedes Jahr wird es jemandem gelingen, diese schwierige Aufgabe zu meistern.

Die Einheimischen erzählen, dass diese uralte Tradition auf das Jahr 1783 zurückgeht und offenbar als Zeichen der Verehrung des Heiligen Salvators entstanden ist, der Cefalù vor einem schrecklichen Erdbeben bewahrt hat. Andere hingegen glauben, dass die „Ntinna a Mari” bis ins Jahr 1729 zurückreicht. Unabhängig davon, in welchem Jahr die erste Ausgabe der „Ntinna a mari” stattfand, bleibt sie eine der ältesten Veranstaltungen, die trotz des Verstreichens der Jahrhunderte noch heute alle, Groß und Klein, mitreißt, die mit Applaus und Anfeuerungsrufen an der ältesten Veranstaltung teilnehmen.

Ein Wettkampf und eine Tradition, die sich wie andere in Sizilien mit Geschichte und Religiosität vermischen. Die Verbindung zwischen der Bevölkerung von Cefalù und dem Christus Pantokrator ist stark. Das Fest des Heiligen Erlösers liegt den Bürgern aller Zeiten am Herzen und ist fester Bestandteil der Geschichte und Literatur dieser Region. Daher stammt auch die Tradition der „Ntinna a mari“ als „Hommage“ für den heiligen Schutz, den der Heilige Erlöser seinem Volk gewährt, und die im August gefeiert wird.

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Foto von Cinzia Marsala